Wer sind wir?

Unser Selbstverständnis

Wir sind ein Zusammenschluss von Menschen, die das eigene Schicksal selbst in die Hand genommen haben. Als Mitglied im Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V. – Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe bieten wir Beistand, Rat und Hilfe zur Selbsthilfe bei der Bewältigung von Problemen, die im Zusammenhang mit Suchterkrankungen stehen.

  • Wir setzen auf persönliche Beziehungen
  • Wir sehen den ganzen Menschen
  • Wir verstehen uns als Selbsthilfegruppe
  • Wir begleiten in eine zufriedene Abstinenz
  • Wir kämpfen gegen Alkohol- und anderen Suchtmittelmissbrauch
  • Wir leisten ehrenamtliche Hilfe
  • Wir sind auch für die Angehörigen da
  • Wir arbeiten im Verbund der Suchtkrankenhilfe
  • Wir sind Freundeskreise

Was bedeutet das?

Wir setzen auf persönliche Beziehungen

„Ein Freund nimmt mich so an, wie ich bin“.

Aufgrund dieser Erfahrung gründeten ehemalige Patienten von Fachkrankenhäusern 1956 die ersten Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe in Deutschland. Alkoholkranke sollten sich in großer Offenheit begegnen und mit anderen Betroffenen und ihren Angehörigen über ihre Probleme reden.

Dahinter stand der Gedanke, dass persönliche Beziehungen und Freundschaft zur Stabilisierung der eigenen Persönlichkeit beitragen und so die Grundlage für eine dauerhafte Abstinenz geschaffen werden kann. Als die Wohnzimmer nicht mehr ausreichten, öffneten sich die Freundeskreise und organisierten Selbsthilfegruppen auf Landes- und Bundesebene – in den 90er Jahren auch in den neuen Bundesländern.

Ein Netzwerk der persönlichen Hilfe entstand.

Wir sehen den ganzen Menschen

Den Menschen so annehmen, wie er ist – diese Haltung basiert auf dem Gebot der Nächstenliebe.

Die Hilfe, die Mitglieder der Freundeskreise einander gewähren, orientiert sich an christlichen Grundwerten. Aus diesem Selbstverständnis heraus gehören die Freundeskreise zur Diakonie.

Dabei ist jeder in den Freundeskreisen willkommen; Religion, Konfession und persönliche Glaubensüberzeugungen spielen keine Rolle für die Gemeinschaft. Wichtig zur Gestaltung eines zufriedenen Lebens ohne Suchtmittel ist die Frage nach dem Sinn des Lebens. Diesen Sinn müssen Suchtkranke und Angehörige für sich selbst entdecken.

Freundeskreise bieten neue Perspektiven für Leib und Seele an, weil sie den ganzen Menschen im Blick haben.

Wir verstehen uns als Selbsthilfegruppe

„Hier hilft nicht einer dem anderen und der wieder ihm, vielmehr hilft jeder sich selbst und hilft dadurch dem anderen, sich selbst zu helfen.“

So ist das Prinzip der Selbsthilfe nach Michael Lukas Moeller formuliert, nach dem Hunderte von Freundeskreisen arbeiten. Strukturen für die örtlichen Treffen entwickeln die Gruppen – meist eingeschriebene Vereine – selbst.

Selbsthilfe wird von Menschen organisiert, die von Suchtmitteln abhängig waren oder sind, beziehungsweise von ihren Angehörigen. Sie wollen sich der Sucht nicht machtlos ausliefern, sondern ihre Selbstverantwortung stärken und Hilfe zur Selbsthilfe geben. In den Freundeskreisen lernen sie voneinander, wie das geht.

Wir begleiten in eine zufriedene Abstinenz

Freundeskreise fordern nicht, dass Alkohol in der Gesellschaft generell verboten wird.

Mit ihrer suchtmittelfreien Lebensweise zeigen die Mitglieder aber in der Öffentlichkeit, dass ein Leben ohne Suchtmittel lebenswert ist. Sie verlassen die Anonymität der Gruppe und sind so Modell und Vorbild für eine alkoholfreie Lebensweise in der Gesellschaft. In diesem Sinne leisten sie auch Aufklärungsarbeit in Betrieben, Schulen und Kirchen.

Betroffene Suchtkranke und ihre Angehörigen finden in den Freundeskreisen während und nach der therapeutischen Behandlung eine stabilisierende und solidarische Gemeinschaft in Freizeit und Geselligkeit.

Wir kämpfen gegen Alkohol- und anderen Suchtmittelmissbrauch

Freundeskreise sprechen mit ihrer Gruppenarbeit in erster Linie Betroffene von Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit an.

Sie sind aber auch offen für andere Süchte, wie Spielsucht, Ess- und Brechsucht. Was den Bereich der Abhängigkeit von illegalen Drogen angeht, so finden Drogenabhängige relativ wenig Zugang zu den Freundeskreis-Selbsthilfegruppen.

Freundeskreise bieten an, Rahmenbedingungen zur Verfügung zu stellen, sofern die Drogenabhängigen dies wollen, im Sinne von Begleitung, Anleitung und Förderung. Somit könnten Freundeskreise das Know-how zur Gründung von Gruppen für Abhängige von illegalen Drogen zur Verfügung stellen.

Wir leisten ehrenamtliche Hilfe

Suchtkranke und Angehörige werden in den Freundeskreisen zu Helfern, indem sie ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Jedes Mitglied übernimmt Verantwortung und bringt seine persönlichen Möglichkeiten und Fähigkeiten in die Gruppenarbeit ein. Die unterschiedlichen Erfahrungen der Gruppenmitglieder ergänzen sich wechselseitig und führen gerade dadurch zu einer neuen Einstellung zu sich selbst.

Durch die Leistung der Freundeskreise entsteht effektive Hilfe für einzelne. Insgesamt ist dieses bürgerschaftliche Engagement ein wichtiger gesellschaftlicher Beitrag, der dem Wohlfahrtsstaat große finanzielle Ausgaben erspart.

Wir sind auch für die Angehörigen Suchtkranker da

Freundeskreise betrachten Sucht als Familienkrankheit.

Sie bieten nicht nur dem suchtmittelabhängigen Familienmitglied Hilfe an, sondern sehen auch das Problem der Co-Abhängigkeit. Angehörige – vor allem Ehe-/Partner und Kinder, aber auch Freunde, Verwandte und Arbeitgeber – haben daher ihren festen Platz in der Gruppe.

Fast die Hälfte der Teilnehmenden in den Freundeskreisen ist weiblich: angehörige (co-abhängige) und abhängige Frauen. Erfahrungen mit Verletzungen, die diese Frauen machen mussten, zeigen, dass sie für ihre spezifischen Probleme eigene Lösungen benötigen. Daher gibt es vielerorts zusätzliche Freundeskreisgruppen für Frauen bzw. Angehörige.

Wir arbeiten im Verbund der Suchtkrankenhilfe

Im Behandlungsverbund der Suchtkrankenhilfe arbeiten die Freundeskreise Hand in Hand mit Beratungsstellen und Fachkrankenhäusern zusammen. Sie verstehen sich als unverzichtbarer Teil einer therapeutischen Kette, in der sie Motivationsarbeit leisten und praktische Hilfen zur Lebensbewältigung geben. Professionelle und ehrenamtliche Arbeit können sich so vor Ort optimal ergänzen.

Auch auf Bundes- und Länderebene sind die Freundeskreise eingebunden in den Behandlungsverbund über ihre Mitgliedschaft im Gesamtverband für Suchtkrankenhilfe im Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahren.

Wir sind Freundeskreise

Freundeskreise bedeutet: „Ein Kreis von Freunden“.

Über die Gemeinschaft in der örtlichen Gruppe hinaus wissen sich „Freunde“ in ihrem Anliegen miteinander verbunden auf den Ebenen der Landesverbände und des Bundesverbandes. Sie erkennen die gewachsenen Organisationsstrukturen an. Für die Darstellung der Gemeinsamkeit nach innen und nach außen präsentieren sie sich unter einheitlichem Namen und mit einem einheitlichen Erscheinungsbild.

Um in der Öffentlichkeit erkennbar zu sein, bauen Freundeskreise auf allen Ebenen ein positives Image der eigenen Organisation auf und kooperieren mit Partnern, die gleiche Ziele verfolgen.